Härtefallfonds für psychisch kranke und armutsbetroffene Inderinnen und Inder

Delta unterstützt in Zusammenarbeit mit einer Sozialhilfestelle von Armut betroffene psychisch kranke Mitmenschen in Südindien. Wir übernehmen Behandlungskosten der Betroffenen, unterstützen die Familien durch Abgabe von Sozialhilfegeld in Form von Vouchern, welche sie in Grundnahrungsmittel oder Haushaltartikel einlösen können. Wir  übernehmen Ausbildungskosten von Kindern psychisch kranker Eltern.

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Über das Projekt

Armut und psychische Gesundheit sind eng miteinander verknüpft. Viele Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, leben auch in Armut. Dieses Problem ist in ressourcenarmen Ländern infolge einer erhöhten Armutsrate besonders ausgeprägt. In Indien lebt rund ein Viertel aller Menschen unterhalb der landesspezifischen Armutsgrenze. Da es keine Krankenkassen gibt, werden die Gesundheitskosten von den Betroffenen selber getragen. Zudem nehmen schwere psychische Erkrankungen vielfach einen chronischen Verlauf, was nach einer langfristigen Behandlung und betreuten Wohn- und Arbeitsformen verlangt. Dies strapaziert das ohnehin magere Budget der Armutsbetroffenen zusätzlich. Oft wird darum keine fachgerechte Behandlung in Anspruch genommen. Dies verschärft die psychiatrische Unterversorgung in ressourcenarmen Ländern, wo rund 80% aller Betroffenen mit einer schweren psychischen Erkrankung keine Behandlung erhalten. Da staatliche Betreuungsstrukturen fehlen, übernehmen Angehörige die Betreuung mit der Konsequenz, dass erwerbsfähige Familienmitglieder nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen können. Die Betroffenen selber sind gerade aufgrund ihrer Erkrankung oftmals in ihrer Erwerbstätigkeit eingeschränkt. Sie haben oft lange, krankheitsbedingte Ausfälle, sind mit dem Verlust des Arbeitsplatzes konfrontiert oder werden infolge des mit der Krankheit einhergehenden Stigmas nur für schlecht bezahlte Arbeiten angestellt. Diese Einkommenslücken in Kombination mit den erhöhten Kosten tragen wesentlich zur Armut der gesamten Familie bei und haben weitreichende Konsequenzen. Es sind weniger Mittel für Schulbildung vorhanden, was bedeutet, dass Kinder von psychisch kranken Eltern häufig nur unqualifizierter Arbeit nachgehen, und die Armutsspirale über Generationen hinweg gefestigt wird. Neben Bildung können auch andere alltägliche Bedürfnisse kaum gedeckt werden. Dieser zusätzlich ökonomische Druck führt zu erhöhtem psychischem Stress, was sich wiederum negativ auf die psychische Gesundheit der Betroffenen aber auch deren Angehörigen auswirkt.

Ziel

In Zusammenarbeit mit der Sozialhilfestelle «St. Anthony» im südindischen Belgaum unterstützt delta armutsbetroffene, psychisch kranke Menschen und ihre Familien. Dabei handelt es sich um besonders vulnerable Personen, die aufgrund ihrer Armut als auch aufgrund der psychischen Erkrankung marginalisiert werden. Dabei handelt es sich um eine langfristige Zusammenarbeit mit einer finanziellen Hilfe in der Höhe von 6'000 CHF jährlich zur:

1.     Deckung von psychiatrischen Behandlungskosten. Damit wird der Zugang zu fachgerechter Versorgung sichergestellt.

2.     Übernahme von allgemeinen medizinischen Behandlungskosten von psychisch kranken Mitmenschen sowie deren Angehörigen. So kann der ökonomische Druck auf armutsbetroffene Familien gesenkt werden, da hohe Gesundheitskosten bei fehlender Krankenkasse Armut zusätzlich verschärft.

3.     Bezahlung von Ausbildungskosten von Kindern psychisch kranker Eltern. Dadurch kann ihr Zugang zum Arbeitsmarkt verbessert, die Armutsspirale durchbrochen und der gesamten Familie langfristig geholfen werden.

4.     Entrichtung von Sozialhilfegeld in Form von Vouchern, zur Deckung der Grundbedürfnisse von Betroffenen und ihren Familien. Dies stellt eine wichtige psychosoziale Basisintervention dar und wirkt sich positiv auf die psychische Gesundheit der Betroffenen und ihrer Angehörigen aus.

Bisherige Projektergebnisse

Zwischen 2012 und 2015 konnte delta mit 9‘000 CHF insgesamt 100 armutsbetroffene Inderinnen und Inder unterstützen.

Aktualitäten

  • 02. Mai 2019

    Wir freuen uns über den Start der offiziellen Zusammenarbeit mit Dr. Antonio Carvelho. Er ist indischer Psychiater am Universitätsspital in Belgaum und in eigener Praxis. Diese befindet sich in Gehdistanz zur Sozialhilfestelle, was eine fachpsychiatrische Mitbetreuung der Betroffenen.

  • 01. Januar 2018

    Wir fokussieren unsere finanzielle Unterstützung nun unserer Mission entsprechend auf psychisch kranke und armutsbetroffene Inderinnen und Inder als besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe.

  • 31. Januar 2017

    Erneute Überweisung von 6‘000 CHF an die Sozialhilfestelle getätigt. Für das Jahr 2018 fehlen aktuell noch rund 5‘500 CHF – herzlichen Dank für Ihre Spende.

  • 05. Oktober 2016

    Monika Müller, Projektleiterin S1 und Päsidentin delta, besucht mit Ursula Hürzeler, Mitglied delta, die Sozialhilfestelle vor Ort. Im Rahmen dieses Besuches wurde ebenfalls eine neue Projektanfrage an delta gerichtet zur Unterstüzung im Aufbau eines Berufsbildungsinstitut in einem Vorort von Belgaum. Die GV entscheidet im April 2017 über die Aufnahme des Projektes.

  • 10. Januar 2016

    Basierend auf einer detaillierten Evaluation nach einer dreijährigen Pilotphase hat sich delta für eine unbefristete Zusammenarbeit mit Pater Cyril Ferandes und seinem Team entschieden und den jährlichen Beitrag auf 6‘000 CHF erhöht.

  • 10. Januar 2016

    Zwischen 2012 und 2015 konnten wir rund 100 mittellose Inderinnen und Indern unterstützen. Der grösste Spendenanteil wurde für medizinische Behandlungskosten benützt, gefolgt von Ausgaben im Bereich Ausbildung und Entrichtung von Sozialhilfegeldern in Form von Vouchern.

  • 29. April 2013

    Delta erhält den ersten detaillierten Projektbericht über die Verwendung der ersten Spendengelder – wir sind hoch erfreut über die zeitgerechte und genaue Berichterstattung!

  • 15. April 2012

    Die dreijährige Pilotphase des Projektes „Härtefallfonds für benachteiligte Inderinnen und Inder“ beginnt. Während dieser Zeit werden wir die Sozialhilfestelle Belgaum mit 3‘000 CHF jährlich unterstützen.

Projektleitende

Monika Müller

Vereinspräsidentin
Psychiaterin und Psychotherapeutin