Alterspsychiatrische Tagesklinik Bastora

Psychische Erkrankungen nehmen in ressourcenarmen Ländern wie Indien stark zu. Leider besteht in diesen Ländern eine riesige Versorgungslücke. Ambulante, gemeindeintegrierte Einrichtungen existieren kaum. Die «COOJ Mental Health Foun­dation», Stiftung in Südindien, setzt sich für eine bessere Behandlung von psychisch kranken Mitmenschen ein. Delta hilft COOJ beim Aufbau einer alterspsychiatrischen Tagesklinik innerhalb des bestehenden ambulanten Behandlungszentrums. 

Über das Projekt

Psychische Erkrankungen nehmen in Schwellenländern wie Indien stark zu. Sie werden insgesamt häufiger ent­deckt, da sich in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu bilden beginnt und Angehörige die Betroffenen ver­mehrt zum Arzt bringen. Zudem ver­bessert sich insbesondere die Versor­gung von körperlichen Erkrankungen, sodass diese zunehmend in den Hintergrund rücken. Rund 80% aller Betroffenen mit einer schweren psychischen Erkrankung, zu der auch die Demenzerkrankung gehört, erhalten in Entwicklungs- und Schwellenländern keine adäquate medizinische Versorgung. Der Bedarf an entsprechenden professionellen Versorgungsstrukturen wächst. Gemäss WHO tragen die Ver­sorgungssysteme in ressourcenarmen Ländern dem wachsenden Problem von psychischen Erkrankungen nur ungenügend Rechnung. Der Grossteil der Staatsausgaben fliesst in psychiatrische Kliniken. Ambulante, gemeindeintegrierte Einrichtungen, die staatlich finanziert sind, existieren kaum. Dies obwohl insbesondere bei alterspsychiatrischen Patienten die ambulante Be­handlung im Vordergrund steht. Der ambulante Sektor ist weitgehend privat organisiert und somit von öffentlichen finanziellen Mitteln abgeschnitten. Peter Castelino ist indischer Psychia­ter in Goa und hat im Jahr 2000 die Stiftung «COOJ Mental Health Foun­dation» gegründet um ein gemeinde­nahes Behandlungszentrum zu gründen mit dem Ziel der Versorgungslücke im am­bulanten Bereich entgegenzutreten. Dieses befindet sich in Bastora, im ländlichen Nord-Goa. COOJ beschäf­tigt sechs Festangestellte (zwei Sozialarbei­terinnen, drei Psychologinnen und eine Person im administrativen Bereich) und wird von vielen Freiwilligen unterstützt. 50% der Gesamtkosten werden durch Spendengelder vorwiegend lokaler, in­discher Spender gedeckt, 40% erwirt­schaftet COOJ durch Produkteverkauf sowie durch Gebühren der Leistungs­empfänger und 10% der Ausgaben werden vom indischen Staat im Sinne eines Leistungsauftrages gedeckt. Das Behandlungszentrum ist so knapp bedarfsdeckend.

Ziel

Mit dem vorliegenden Projekt beabsichtigen wir, COOJ im Aufbau einer alterspsychiatrischen Tagesklinik im bestehenden Behandlungszentrum zu unterstützen. Dabei soll der Fokus auf Funktions­erhalt, Tagesstrukturierung sowie Durchbrechen der sozialen Isolation von betagten psychisch kranken Mit­menschen unabhängig ihrer Grunder­krankung gelegt werden. Dadurch soll auch die Belastung der primären Be­treuungspersonen gesenkt werden. Die Tagesklinik bietet Platz für 35 Patienten. Der Aufbau soll bis im Januar 2021 abgeschlossen sein. Bis dahin soll die Tagesklinik selbsttragend und zu 80% ausgelastet sein. In Anlehnung an den Fahrdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes möchten wir die alterspsychiatrische Tagesklinik mit einem Kleinbus ausstatten und die Lohnkosten eines Chauffeurs für die dreijährige Projektdauer bezahlen. Zusätzlich werden Einrichtungsgegenstände für die Tagesklinik benötigt. Neben dem Schaffen eines dezentralen Versorgungsangebotes im Bereich Alterspsychiatrie beabsichtigen wir, einheimische Fachpersonen weiterzubilden und dadurch die fachgerechte Behandlung der Betroffenen weiter zu verbessern. Zudem wird COOJ durch Öffentlichkeitsarbeit der Stigmatisierung von Betroffenen und deren Angehörigen begegnen.

Bisherige Projektergebnisse

Der Bus hat bereits erfolgreich seinen Fahrdienst aufgenommen. Aktuell besuchen rund 10 Patientinnen und Patienten die Tagesklinik. Es ist geplant, dass die Anzahl der Patienten innerhalb der kommenden zwei Jahre, bis ungefähr 30 Patienten ansteigt. Zusätzlich wurde ein erster Angehörigenworkshop angeboten und es laufen die Vorbereitungen für den Weltdemenztag im September.

Aktualitäten

  • 14. Juli 2018

    Peter Castelino besucht in Bern mit delta verschiedene psychiatrische Behandlungsangebote, unter anderem auch die alterspsychiatrische Tagesklinik der Universitären Psychiatrischen Dienste.

  • 24. Mai 2018

    Flohmarkt im Tramdepot in Bern. Die Einnahmen in der Höhe von 1680 CHF kommen dem Projekt „Alterspsychiatrische Tagesklinik“ zu gute.

  • 23. September 2017

    Monika Müller, Projektleiterin M4 und Präsidentin delta und die delta Mitglieder Ursula Hürzeler, Catrina Mugglin und Livia Winzeler besuchen das Projekt vor Ort. Livia Winzeler hält eine Weiterbildung für Betreuungspersonen und Angehörige zum Thema „Psychologische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten beim Menschen mit Demenz“. Der Bus wird eingeweiht.

  • 21. September 2017

    Am Welt-Alzheimertag wird die Tagesklinik offiziell eröffnet. Bis anhin haben 5 Besucher die Tagesklinik regelmässig besucht.

  • 15. August 2017

    Kauf des Busses damit in Analogie des „Schweizerischen Rotkreuzdienstes“ ein Fahrdienst für die PatientInnen organisiert werden kann. Dies ist wichtig damit die Betroffenen die dezentralisierte, sozialpsychiatrische Institution zu erreichen.

  • 01. Juni 2017

    Kleinere Umbauarbeiten vor Ort werden durchgeführt damit sich Menschen mit Geheinschränkungen problemlos in der alterspsychiatrischen Tagesklinik bewegen können.

  • 29. April 2017

    Die Mitglieder der Generalversammlung von delta nehmen das Projekt einstimmig an.

  • 10. Oktober 2016

    Monika Müller, Projektleiterin M5 und Präsidentin delta und Ursula Hürzeler, Mitglied delta, die Sozialhilfestelle besuchen die COOJ Mental Health Foundation vor Ort in Goa und lernen den Gründer Dr. Peter Castelino. indischer Psychiater, kennen. Eine erste grobe Projektidee wird zusammen formuliert.

Dokumente & Infos

Projektbeschrieb MHIN COOJ

Ansprechperson

Monika Müller

Vereinspräsidentin